Montag, 30. August 2010

Echter Powidl

Powidl (oder Powidel) wird aus nur einer Zutat hergestellt: der echten Zwetschge. Diese wird solange eingekocht, bis 500g frische Zwetschgen zu 100g Powidl geworden sind. Leider gibt es echten Powidl nicht mehr im Handel zu kaufen. Maximal werden 300g Früchte pro 100g Powidl verwendet, oft auch viel weniger und fast immer wird Zucker zugesetzt. Dabei kann man Powidl selbst sehr einfach herstellen. Und den Unterschied wirst Du schmecken!


Zutaten
6 kg reife süße Zwetschgen
(am besten nach dem erste Nachfrost ernten!)



Benötigte Küchengeräte
Mixer, großer Bräter





Zubereitung
  • Zwetschgen waschen, entkernen und im Standmixer pürieren
  • Zwetschgenmus in den Bräter geben, Deckel nur lose(!) aufsetzen (die Flüssigkeit muss ja verdampfen) und bei 170° ca. 8 Stunden einkochen lassen
  • Nach 2, 4, 6 und 7 Stunden und vor dem Abfüllen umrühren, dabei dicke Stellen von den Rändern schaben und gut unterrühren
  • Der Powidl ist fertig, wenn die Masse nicht mehr vom Messer rinnt und ca. auf 1/5 eingedickt ist. Mein Powidl war nach exakt 8 Stunden auf 1,3kg reduziert, also fast 5:1
  • Direkt aus dem Bräter in heiß ausgespülte Gläser füllen, Deckel vorher mit 80%igem Rum ausspülen
  • Bestreich ein gutes Brot oder einen frischen Toast mit Alsan Bio und dann mit diesem Powidl. Das schmeckt nach Zwetschge und nicht nach Zucker.....hmmm :)




Historie
Powidl wurde früher in großen Kupferkesseln gemacht, dabei musste man ständig rühren. Oft wurden auch Dörrzwetschgen dazu gegeben, für noch kräftigeren Geschmack und Farbe. Das war eine Frauenaufgabe und die vielstündige Kochzeit wurde zum Plaudern verwendet. Das Rühren über mehrere Stunden wollte ich mir aber ersparen, da blieb nur das Wasserbad über oder das Backrohr. Es hat im Backrohr wunderbar funktioniert, nichts ist angebrannt, die Farbe ist wunderschön dunkelbraun und Zucker war nicht notwendig, auch wenn meine Zwetschgen noch nicht alle vollreif waren.



12 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Bekomm ich bei der nächsten Happy Hour eine Kostprobe?
lg Katja

Ein-Mann-Kochen hat gesagt…

Ob es bis dahin noch einen gibt? Aber ich bring Dir morgen einen mit :)

miriam hat gesagt…

coool. genau das richtige. ich habe super viele zwetschgen geschenkt bekommen. super danke für das rezept

Ein-Mann-Kochen hat gesagt…

@Miriam: das freut mich sehr. Gutes Gelingen :)

Anonym hat gesagt…

Hi Joachim,
Danke für das rezept, Ich bin gerade dabei es auszuprobieren.
;)
Es gibt keinen powidl wo Ich leb.
Glg,
Pyx.(aus Australia)

Joachim hat gesagt…

@Pyx,

ich bin gespannt, wie er Dir schmeckt :)

Anonym hat gesagt…

Grossartig. I hatte nicht sent viele zwetschgen und die sich auch nicht wie die fruechte die man zuhause bekommt. Ich wuerde doerpflaumen auch noch dazu geben fuers naechste mal, aber Ich hab mich an deine anleitung gehalten und das resultat hat ganz lecker geschmeckt. Danke!!

Joachim hat gesagt…

Das freut mich sehr :)

Dörrpflaumen waren ja auch im Original, da kannst Du also nicht falsch liegen!

Edith Schroll hat gesagt…

bin gerade dabei das Powidl zu probieren, bin schon gespannt !

Joachim hat gesagt…

Liebe Edith, ich wünsche gutes gelingen. Hast Du auch schon so richtig überreife weiche Zwetschgen bekommen? Bei mir in Wien kriegt man die ja erst im Oktober.

Edith Schroll hat gesagt…

Ich habe die Zwetschken bei Eurogast/Sinnesberger gekauft, sie kommen aus der Steiermark und waren echt schon sehr reif, ich finde gerade richtig. sind jetzt seit 4 Stunden im Ofen, werde dann morgen weiterbraten. Habe insgesamt 7.5 kg reines Fruchtfleisch in 2 Töpfen (1x5kg u. 1x2.5kg) LG Edith aus Tirol

Joachim hat gesagt…

Na wenn's eine steirische Hauszwetschg'n ist, dann kann das nur gut werden. Da bin ich nämlich geboren, da kenn' ich mich aus ;)

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