Sonntag, 15. August 2010

Mein Kräutergarten

Wenn Du wirklich gut kochen möchtest, dann benötigst Du gute Gewürze. Nicht das, was man im Supermarkt bekommt. Wenn Du einmal eine Currymischung aus einem indischen Laden gekostet hast, weißt Du was ich meine.

Und Du benötigst frische Kräuter. Stimmt, manche Kräuter sind auch getrocknet sehr fein. Und gefroren verlieren wenige an Geschmack. Aber frische, getrocknete oder gefrorene Kräuter sind teuer. Meist sogar teurer als ein Kraut im Topf. Also habe ich mir einen (bis jetzt noch sehr) kleinen Kräutergarten angelegt.

Eines meiner liebsten Kräuter ist Basilikum. Frisch im Mörser mit Öl zerrieben oder mit Tomaten und Büffelmozarella, da kann kein getrockneter Basilikum mithalten.


Basilikum ist günstig, sehr pflegeleicht und wächst sehr schnell. Er braucht viel Sonne und viel Wasser, also am besten in einen Topf geben, der Wasser speichern kann. Diese Töpfe haben unten ein Reservoir mit Stoffstreifen, die das Wasser nach oben in die Erde bringen.


Basilikum kann auch ausgezeichnet auf der Fensterbank gezüchtet werden, da wächst er aber nicht so rasch.

Bei der Ernte immer einen Ast ganz unten abschneiden, das dankt er mit einem buschigen Wachstum. Was man nicht braucht einfach einfrieren. Aber kann es wirklich zuviel an Basilikum sein?




Oben steht mein kleiner Rosmarintopf, den muss ich bald umpflanzen. Rosmarin braucht viel Sonne und wenig Wasser. Die Nadeln schmecken auch getrocknet hervorragend, einfach mit Wasser oder Öl in den Mörser geben, ziehen lassen und dann leicht zerstampfen. Das setzt die ätherischen Öle frei.

Unten wuchert mein Eiskraut fröhlich vor sich hin und treibt kleine rote Blüten. Eiskraut ist ein Wüstenkraut, braucht direkte Sonne und viel Wasser. Auf der Unterseite glänzen dann Salzkristalle in der Sonne, daher auch der Name.

Eiskraut schmeckt salzig und frisch, die Blätter speichern viel Wasser und sind richtig knackig. Hervorragend als Salat, im Tomatensalat und zum Knabbern



Das Pilzkraut, ein exotisches Kraut. Es schmeckt, Du wirst es nicht erraten, nach Pilzen. Auf einer Pizza wird es von den anderen Aromen erschlagen, aber zu einem guten Brot oder in einer Nudelsauce schmeckt es wunderbar.
Es wächst langsam, braucht viel Wasser und Halbschatten.

Vom Schnittlauch gibt's kein Foto. Der wächst neben dem Basilikum, braucht nämlich auch viel Wasser und Sonne. Schnittlauch passt wunderbar zu Gerichten mit Eiern, zu Suppen und aufs Butterbrot. Wichtig: immer erst beim Anrichten über heiße Gerichte streuen, da schmeckt er am besten.

Der Rosmarin hat's auch nicht auf ein Foto geschafft. Der war nämlich ein Fehlkauf. Rosmarin wächst so langsam und lässt sich dann am besten getrocknet verwendet. Den kann man wirklich auch getrocknet kaufen.


Vermehrung
Es ist immer gut, seine Kräuter zu vermehren. Als Versicherung auf der Fensterbank, falls die Kräuter im Garten unvorhergesehene Dürre oder Frost nicht überlebt haben. Zum Verschenken, da freuen sich die meisten. Oder auch nur als Dekoration in der Küche.

Die meisten Kräuter lassen sich durch Abschneiden und Einwassern vermehren. Dazu schneidest Du einen kräftigen Ast weit unten ab, immer zwischen den Knoten. Dann rupfst Du 1-3 Blattreihen aus und stellst den Ast ins Wasser. Wenn die Pflanze genug Wasser verbraucht hat oder das Wasser nicht mehr klar ist, wechselst Du da Wasser (statt es aufzufüllen). Am besten eignen sich hohe schmale Gefäße. Ich verwenden Karottensaftflaschen.

Pilzkraut, Eiskraut und Basilikum

Nach ein bis zwei Wochen wirst Du weiße Punkte an den Stielen bemerken. Das kann über Nacht passieren! Dann wachsen recht schnell Wasserwurzeln. Vergiß nicht, das Wasser immer wieder zu wechseln!
Sobald die Wurzeln schön ausgebildet sind, topfst Du die Setzlinge in sehr kleine Töpfe um. Achte gut auf die Wurzeln, sie sind sehr empfindlich.

Dann stellst Du sie auf die Fensterbank. Viel Licht ist wichtig, direkte Sonne sollte man meiden. Nach ca 2-4 Wochen kannst Du die neuen Pflanzen dann in größere Töpfe umtopfen. Ich lasse eine Garnitur immer in der Wohnung. Da wachsen alle langsamer, sind aber geschützt. Und sobald man die neuen eingepflanzt hat, kann man ja sofort neue Äste ins Wasser stellen. Das mach ich jetzt auch :)

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